Philosophie

Die folgenden Zeilen sollen einen Überblick über das Jonathan Schmid Training und dessen Angebot geben, um ein tieferes Verständnis für unsere Praxis zu schaffen. Eine Philosophie ist der grundlegende Rahmen des Denkens. Die Philosophie des Jonathan Schmid Training beschreibt den Grundrahmen der Gedanken aller in diesem Prozess beteiligten Personen sowie deren Werte und Handlungen.

Unsere Praxis definiert drei Konstanten im Leben: Die Natur, das eigene Sein und Bewegung. Die Philosophie unserer Arbeit orientiert sich am Menschen, der Natur und Bewegung und bezieht sich sowohl auf den Menschen als auch auf seine Umwelt.

Der Thematik rund um den Begriff "Bewegung" kommt in unserer Betrachtungsweise eine entscheidende Rolle zu, denn Bewegung ist Leben, Leben ist Bewegung. Neben äußeren und offensichtlichen Bewegungen sind wir auch auf der Suche nach innerer Bewegung, denn diese beeinflusst unsere 'äußere' Bewegung und vice versa. Unser Ansatz stellt äußere und innere Bewegungserfahrungen in einen engen Zusammenhang. Darüber hinaus steht der Begriff Bewegung auch für Veränderung, für Neugierde, Entwicklung und einen fortlaufenden Prozess sowie für das Tätigsein. Das Leben ist Bewegung, das Leben ist immer in Bewegung. Somit bleibt, Bewegung in all seinen Formen ist Ausdruck von Lebendigkeit in allen menschlichen und weltlichen Bereichen.

"Bewegung ist Leben. Ohne Bewegung ist Leben undenkbar" - Moshé Feldenkrais

WAS?

Das Jonathan Schmid Training (JST) zielt darauf ab, eine Verbindung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt zu schaffen und bietet die Möglichkeit einer nicht kulturell-religiösen integrativen und interdisziplinären Lebenspraxis. Die Inhalte stellen eine Auseinandersetzung mit dem Leben und seinen Fragen dar. Dies wird von einer Praxis begleitet, die es uns erlaubt zu sein und zu erforschen, wer wir sind und wie wir sind, die uns in unseren Beziehungen zu anderen und der Welt, aber auch in allgemeinen Prozessen und unserem Dasein hilft. Die Praxis befasst sich mit der Entwicklung menschlicher Qualitäten und steht als solche allen Menschen aller Kulturen und Glaubensrichtungen offen. Grundlage dieser Entwicklung ist die Kultivierung einer persönlichen und prozessorientierten Praxis, die sich an Komplexität orientiert und sich durch ihre Vielfältigkeit auszeichnet.

Den Rahmen, in dem wir erforschen, üben, reflektieren sowie uns austauschen und entwickeln, nennen wir Praxis. Dazu gehört sowohl das Schüler sein und somit das Empfangen von Wissen sowie das Lehren und damit das Vermitteln von Erfahrungen und Wissen, was eine ebenso wichtige Lernerfahrung darstellt. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Praxis nicht nur eine Form von Sport, sondern vielmehr eine philosophische Betrachtung und Lehre des Lebens ist. Es geht nicht darum, dass die Menschen sportlicher und athletischer werden, sondern darum, dass die Menschen menschlicher werden. Durch das gemeinsame Tun, die gemeinsame Erfahrung und das gemeinsame Teilen entwickeln wir uns - in welche Richtung auch immer. Niemand wird belehrt, sondern gelehrt nach der eigenen Wahrheit zu suchen und nicht nur zu wissen, sondern zu wissen wie.

Unter dem Hauptaspekt einer körperlichen Praxis soll ein Prozess der Veränderung geschaffen werden, der

ein stärkeres Gefühl und eine bessere Wahrnehmung für den eigenen Körper und Geist sowie alles drumherum entwickeln kann. Dieser Prozess impliziert nicht nur Eigenverantwortung und Autonomie, sondern auch Entscheidungsfreiheit und generelle Lebensqualität sowie die Möglichkeit in neuen kreativen Wegen zu denken und zu kommunizieren. Die interne Struktur unserer Praxis bildet sich aus der Philosophie sowie drei Säulen, bestehend aus der physischen, kognitiven und pflegenden Praxis.

Die physische Praxis steht für eine bidirektionale Verbindung, bei der der Körper das Sein sowohl demonstriert als auch erschafft. Der Körper ist unter anderem der Mechanismus für Wahrnehmung, Handlung, Emotion und Beziehung. Auch ist er der direkteste Weg, diese Dinge zu verändern. "Ändere deinen Geist" ist abstrakt, "Stehe oder bewege dich anders" ist konkreter und daher machbar. Das körperliche Training baut sich aus Einflüssen verschiedenster Bewegungsdisziplinen, -formen und -künsten auf. Durch einen durchdachten und gezielt strukturierten Rahmen werden die Vorteile der unterschiedlichen Richtungen, in Kombination mit den zwei weiteren Säulen, vereint und fördern in ihrem Zusammenspiel Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kreativität, kritisches Denken, Vitalität und Gesundheit im weitesten Sinne. Einfluss in diesen Prozess nehmen unter anderem Elemente, Erfahrungen und Wissen aus der asiatischen Kampfkunst, dem zeitgenössischen Tanz, verschiedener Akrobatikstile, dem Parkour, dem Turn-, Kraft- und Gesundheitstraining, der Objektmanipulation, verschiedene Ball- und Teamsportarten sowie Mediation und Physiotherapie. Des Weiteren befasst sich das Bewegungstraining mit den vier Relationen sowie den acht Funktionen von Bewegung.

Die kognitive Praxis umfasst Themen wie Philosophie, Konversation (Sprechen, Präsentieren, Diskutieren), kreatives Herstellen (Entwerfen, Planen, Bauen) und verschiedene kognitive Aufgaben (Logik, Wahrnehmung, Konzentration, Beobachten, Lernen lernen, Problemlösung u.v.m.).

 

Die pflegende Praxis beschäftigt sich hauptsächlich mit der Pflege unserer Umgebung und unseres Wesens, welches sich aus Körper und Geist zusammensetzt. Es werden Themen wie Schlaf, Ernährung, Meditation, aber auch Sozialverhalten und Umwelteinflüsse behandelt. In diesem Teil geht es darum zu forschen und zu erklären, wie diese Dinge Einfluss nehmen und dass sie das Fundament unseres Wohlbefindens bilden. Des Weiteren sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, einen für sich passenden Nutzen, Umgang und eine sinnvolle Integration zu finden.

Neben der Arbeit mit sich selbst, betrachtet unsere Praxis auch die Interaktion mit Dingen außerhalb unseres Selbst. Durch diese weitreichende Perspektive arbeiten wir daran, die Natur- und Tierwelt sowie das Leben außerhalb unseres Wesens kennenzulernen und mit diesem zu interagieren. Diese Arbeit wird stark von der ökologischen Philosophie der Permakultur geprägt.

Das JST strebt nicht danach, in Übungen oder bestimmten Disziplinen besser zu werden, sondern als eine Selbsterfahrungs- und Entwicklungspraxis zu dienen. Eine solche Praxis orientiert sich an der Suche und Nutzung übergeordneter Prinzipien sowie der Aufgabe, einem Prozess zu vertrauen und Potenziale zu entfalten. Unsere Praxis orientiert sich dabei an Struktur und Freiraum, an Logik und Kreativität sowie an Disziplin und Spaß. Das Konzept ist eine freie und bewegliche, aber strukturierte und didaktisch-methodische Praxis, die sowohl die Arbeit nach strikter Vorgabe sowie das eigenständige und freie Erarbeiten beinhaltet. Wir beobachten, hören zu, kopieren, erforschen und kreieren. Wir arbeiten divers und

wechseln unsere Perspektive immer und immer wieder. Wir wollen nachdenken, diskutieren und kritisch hinterfragen. Genauso wollen wir aber auch einfach sein lassen und weder denken noch sprechen.

 

Zusammenfassend repräsentiert dieser Weg eine Praxis des Vertrauens, des Engagements, der Offenheit und der Neugierde dem Leben gegenüber.

WARUM?

Unser Leben ist ein kontinuierlicher Prozess, dessen Inhalt sich verändert und entwickelt. Entwicklung kann als die Eroberung von Lebensräumen verstanden werden, die vor allem von Erfahrungen geprägt wird. Erst allein, später auch gemeinsam und im Austausch wird die Welt und ihre Umgebung von einem Menschen erforscht. Viel gibt es zu entdecken und unsere Sinne helfen dabei Dinge wahrzunehmen und zu unterscheiden. Öffnet sich eine Tür, so tut sich direkt ein neues Feld auf, das darauf wartet, erkundet zu werden. Eine scheinbar endlose Reise, im absolut positiven Sinne. Neben unseren Sinnen bietet das Sich-Bewegen die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen sind wichtig, denn sie machen uns sensibler. Die gewonnene Sensibilität wiederum hilft, in Zukunft tiefere Erfahrungen zu machen.

Die Verbindung des Menschen mit seiner Umwelt soll zudem Eigenschaften hervorrufen, die in der heutigen Gesellschaft und mit dem Umgang der Natur vernachlässigt werden. Statt Einfachheit soll Komplexität geschaffen werden, die Generalisierung soll der Spezialisierung vorgezogen werden und die kurzfristigen, oberflächlichen Ergebnisse und Gewinne sollen einem nachhaltigen und tiefen Fundament aus Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten weichen.

Dazu gehört es eine Praxis zu kultivieren, die dem eigenen Leben eine Orientierung gibt und deren Prozess das Leben bereichert. Die Praxis soll dabei unterstützen Erfahrungen zu beobachten, zu reflektieren und zu gestalten. In einer Zeit, in der die körperliche, geistige und soziale Aktivität durch die Medialisierung, Technisierung und Automatisierung der Arbeits- und Lebenstätigkeiten mehr und mehr verändert wird, erlebe ich ein solches Angebot als sehr wertvoll - sowohl für den Einzelnen als auch für unsere Gesellschaft als Ganzes.

WIE?

Bei Interesse an unserer Philosophie, unserem Training und unserer Unterstützung, gibt es durch mehrere Angebote die Möglichkeit unsere Praxis kennenzulernen und ein Teil davon zu sein.

 

Zu diesem Zeitpunkt gibt es für Hamburger/innen oder Personen aus dem Umkreis die Option an einem Gruppentraining teilzunehmen, welches drei Mal wöchentlich in unterschiedlichen Hamburger Stadtteilen stattfindet.

 

Eine weitere, flexiblere Option ist die Mitgliedschaft im Online Support (OS), welcher ein umfangreiches Angebot eröffnet und sich an alle richtet, die ortsunabhängig lernen möchten.

 

Workshops zu verschiedenen Themen der physischen Praxis sowie Personal Training (Eins-zu-Eins Unterricht) ergänzen das Angebot in Hamburg.

Mehr zu unseren Angeboten findest du unter dem gleichnamigen Menüpunkt.

 

Anmerkungen:

  • Für weitere Information wie Angebote und Termine, visuelle Eindrücke sowie Neuigkeiten bitte ich vor Kontaktaufnahme darum, die Website durchzuschauen. Die Kontaktaufnahme kann anschließend über eines der Formulare oder die E-Mail Adresse (kontakt@jonathan-schmid.com) erfolgen.

  • Oft findet sich die erste Person Plural in den Texten hier wieder, da alle Menschen miteinbezogen werden, die diese Arbeit unterstützen: Das interne Team, unsere Lehrer, Schüler und alle helfenden Hände, die diese Philosophie lebendig sein lassen.

  • Ich meide, das was ich tue Schubladenfertig zu präsentieren oder genau zu definieren. Um diesem potenziell endlosen und für mich bedeutungslosen Prozess der Segregation zu entwirren, habe ich für meine Arbeit den Begriff "Training" gewählt. Training beschreibt, was sich beschreiben lässt und gibt Raum für jede Art von Übung und Wachstum - nicht nur physisch, sondern auch menschlich. 

© 2020 Jonathan Schmid         Impressum 

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