Philosophie

Bewegung ist ein Grundbedürfnis des Menschen und ein unabdingbarer Aspekt langfristiger Entwicklung und Gesunderhaltung. Unsere Arbeit soll Freiheit in und durch Bewegung schaffen und darüber hinaus als eine Selbsterfahrungs- und Entwicklungspraxis dienen. Wir fördern und fordern physische, mentale, emotionale und soziale Kompetenz und Autonomie. Unsere Inspiration ist es Menschen zu ermutigen, sich eine Lebensweise zu schaffen, die es ermöglicht, ihren Körper und dadurch die Welt auf eine umfassende Art und Weise zu erforschen und die darüber hinaus persönliches Wachstum, Eigenverantwortlichkeit, Kreativität und Gesundheit fördert. Unser Angebot ist das Gegenteil eines Cargo-Kults, einer oberflächlichen und schnelllebigen Suche nach substanzlosen Erfolgen. Vielmehr möchten wir ein tiefes und nachhaltiges Fundament aus Erfahrungen, Wissen und Fähigkeiten aufbauen. Langlebigkeit in größtmöglicher Form ist das Ziel.

Die Natur, Bewegung und das eigene Sein repräsentieren für uns drei Konstanten im Leben. Die Philosophie unserer Arbeit orientiert sich an diesen drei Säulen und bezieht sich sowohl auf den Menschen als auch auf seine Umwelt. Unsere Ideen, Gedanken, Inspirationen und unser Tun verändern sich fortlaufend. Dadurch ist auch das, was wir vermitteln wollen einem stetigen Wandel unterworfen. In einer dynamischen Art und Weise zu arbeiten, bedeutet für uns stetig neue Erfahrungen zu integrieren und überflüssiges zu verwerfen. Obwohl aus diesem Grunde viele Fragen offen bleiben oder sich deren Antwort verändert, haben sich über die letzten Jahre einige Kernpunkte herausgebildet, deren Resultat unsere Philosophie ist.

Eine Philosophie ist der grundlegende Rahmen des Fragens und Denkens. Die Philosophie des Jonathan Schmid Training beschreibt den Grundrahmen der Fragen und Gedanken aller in diesem Prozess beteiligten Personen sowie deren Werte und Handlungen. Die nun folgenden Zeilen sollen einen Überblick über die Kernpunkte des Jonathan Schmid Training und dessen Angebot schaffen.

Der Thematik rund um den Begriff "Bewegung" kommt in unserer Betrachtungsweise eine entscheidende Rolle zu, denn: Bewegung ist Leben, Leben ist Bewegung. Unser Ansatz stellt äußere und innere Bewegungserfahrungen in einen engen Zusammenhang. Beide beeinflussen sich gegenseitig und wirken sich auf unser Leben und Wohlbefinden aus. Darüber hinaus steht der Begriff Bewegung für das Tätigsein, für Veränderung, Neugierde, Entwicklung und einen fortlaufenden Prozess. Bewegung in all seinen Formen ist Ausdruck von Lebendigkeit in allen menschlichen und weltlichen Bereichen. Diese Formen wollen wir erkunden.

"Bewegung ist Leben. Ohne Bewegung ist Leben undenkbar" - Moshé Feldenkrais

WAS?

Das Jonathan Schmid Training (JST) zielt darauf ab, eine Verbindung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt zu schaffen und bietet die Möglichkeit einer nicht kulturell-religiösen integrativen und interdisziplinären Lebenspraxis. Die Inhalte stellen eine Auseinandersetzung mit dem Leben und seinen Fragen dar. Dies wird von einer Praxis begleitet, die es uns erlaubt zu sein und zu erforschen, wer wir sind und wie wir sind, die uns in unseren Beziehungen zu anderen und der Welt, aber auch in allgemeinen Prozessen und unserem Dasein hilft. Die Praxis befasst sich mit der Entwicklung menschlicher Qualitäten und steht als solche allen Menschen aller Kulturen und Glaubensrichtungen offen. Grundlage dieser Entwicklung ist die Kultivierung einer persönlichen und prozessorientierten Praxis, die sich an Komplexität orientiert und sich durch ihre Vielfältigkeit auszeichnet.

Den Rahmen in dem wir erforschen, üben, reflektieren sowie uns austauschen und entwickeln nennen wir Praxis. Dazu gehört sowohl das Schüler sein und somit das Empfangen von Wissen sowie das Lehren und damit das Vermitteln von Erfahrungen und Wissen. Beides ermöglicht in unseren Augen wertvolle Lernerfahrungen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Praxis nicht nur eine Form von Sport, sondern vielmehr eine philosophische Betrachtung und Lehre des Lebens ist. Es geht nicht darum, dass die Menschen sportlicher und athletischer werden, sondern darum, dass die Menschen menschlicher werden. Durch das gemeinsame Tun, die gemeinsame Erfahrung und das gemeinsame Teilen entwickeln wir uns - in welche Richtung auch immer. Niemand wird belehrt, sondern gelehrt nach der eigenen Wahrheit zu suchen und nicht nur zu wissen, sondern zu wissen wie.

Unter dem Hauptaspekt einer körperlichen Praxis und dem Konzept des Lernen lernen soll ein Prozess der Veränderung geschaffen werden, der ein stärkeres Gefühl und eine bessere Wahrnehmung für den eigenen Körper und Geist sowie alles drumherum entwickeln kann. Dieser Prozess impliziert nicht nur Eigenverantwortung und Autonomie, sondern auch Entscheidungsfreiheit und generelle Lebensqualität sowie die Möglichkeit in neuen kreativen Wegen zu denken und zu kommunizieren. Die interne Struktur unserer Praxis bildet sich aus der Philosophie sowie drei Säulen, bestehend aus der physischen, kognitiven und pflegenden Praxis. Dabei sei erwähnt, dass die in der Theorie vorgenommene Differenzierung nur einer verständlichen Organisation dient. In der Praxis ist jedoch alles eins, wie Nietzsche einst auch den Grundgedanken der abendländischen Philosophie kennzeichnete.

Die physische Praxis steht für eine bidirektionale Verbindung, bei der der Körper das Sein sowohl demonstriert als auch erschafft. Der Körper ist unter anderem der Mechanismus für Wahrnehmung, Handlung, Emotion und Beziehung. Auch ist er der direkteste Weg, diese Dinge zu verändern: "Ändere deinen Geist" ist abstrakt; "Stehe oder bewege dich anders" ist konkreter und daher machbar. Das körperliche Training ist durch unser Interesse und Wissen sowie unseren Erfahrungen in verschiedenen Teilbereichen geprägt. Wir bieten ein gezieltes körperliches Training mit ganzheitlichem Ansatz, in dem wir Kraft, Mobilität, Koordination, Erdung, Haltung und Fortbewegung integrieren. Es baut auf Einflüssen verschiedenster Disziplinen, Formen und Künsten auf - Darunter asiatische und westliche Kampfkunst, Tanz, Akrobatik, Parkour, Yoga, Turn-, Kraft-, Athletik-, Koordinations-, Reha- und Gesundheitstraining, Körperarbeit sowie Ball- und Teamsportarten. 

Durch einen durchdachten und gezielt strukturierten Rahmen werden die Vorteile der unterschiedlichen Richtungen, in Kombination mit den zwei weiteren Säulen, vereint. In ihrem Zusammenspiel fördern sie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kreativität, kritisches Denken, Entscheidungsfreiheit, Vitalität und Gesundheit im weitesten Sinne.

Des Weiteren befasst sich das Bewegungstraining mit den vier Relationen sowie den acht Funktionen von Bewegung.

Die kognitive Praxis umfasst Themen wie Didaktik (Lernen & Lehren; wie, was, warum?), Pädagogik, Philosophie (Fragen stellen & Kontemplation), Konversation (Sprechen, Präsentieren, Diskutieren), kreatives Herstellen (Entwerfen, Planen, Bauen) und verschiedene kognitive Aufgaben (Logik, Wahrnehmung, Konzentration, Beobachten, Lernen lernen, Problemlösung).

Die pflegende Praxis beschäftigt sich hauptsächlich mit der Pflege unseres Organismus, unseres Wesens und unserer Umgebung. Es werden psychologische und gesundheitliche Themen wie Schlaf, Ernährung, Meditation, aber auch soziologische Themen und Umwelteinflüsse behandelt. In diesem Teil geht es darum zu erforschen und zu erklären wie diese Dinge auf unser Leben Einfluss nehmen und dass sie das Fundament unseres Wohlbefindens bilden. Des Weiteren sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, einen für sich passenden Umgang und eine sinnvolle Integration zu finden.

Neben der Arbeit mit sich selbst, betrachtet unsere Praxis auch die Interaktion mit Dingen außerhalb unseres Selbst. Durch diese weitreichende Perspektive arbeiten wir daran, die Natur- und Tierwelt besser kennenzulernen und mit diesen zu interagieren. Diese Arbeit wird stark von der ökologischen Philosophie der Permakultur geprägt.

Das JST strebt nicht primär danach in bestimmten Übungen oder Disziplinen besser zu werden, sondern als eine Selbsterfahrungs- und Entwicklungspraxis zu dienen. Die Inhalte reichen dabei weit über das körperliche hinaus. So sind Aspekte wie Lernerfahrungen und -prozesse, Erforschung des Selbst, Vertrauen in den eigenen Körper oder Angstmanagement fester Bestandteil unserer Herangehensweise. Eine solche Praxis orientiert sich an der Suche und Nutzung übergeordneter Prinzipien und stellt sich die Aufgabe, einem Prozess zu vertrauen sowie Potenziale zu entfalten. Hier spielen wir mit Gegensätzen wie Struktur und Freiraum, Logik und Kreativität sowie Disziplin und Spaß. Diese Werte werden von einer didaktisch-methodischen Arbeit gestützt. Wir beobachten, hören zu, kopieren, erforschen und kreieren. Wir arbeiten divers und wechseln unsere Perspektive immer und immer wieder. Wir wollen nachdenken, diskutieren und kritisch hinterfragen. Genauso wollen wir aber auch einfach sein lassen und weder denken noch sprechen.

Zusammenfassend repräsentiert dieser Weg eine Praxis des Vertrauens, des Engagements, der Offenheit und der Neugierde dem Leben gegenüber.

WARUM?

Unser Leben ist ein kontinuierlicher Prozess, dessen Inhalt sich verändert und dessen einzig beständiges der Wandel ist. Ohne diese stete Veränderung gäbe es keine Entwicklung. Entwicklung kann als die Eroberung von Lebensräumen verstanden werden und beschreibt die körperliche und seelische Reifung, die vor allem durch Erfahrungen geprägt wird und den Kern des menschlichen Seins darstellt.

Um unsere Entwicklung offen und nach vorne gerichtet zu gestalten sowie die nötige Sensibilität zu haben, um Erfahrungen positiv wahrzunehmen, wollen wir:

  • körperliche Fähigkeiten erwerben, die uns sensibler werden lassen sowie ein verbessertes Körpergefühl und vielseitige Bewegungsmöglichkeiten bieten,

  • körperliche und mentale Gesundheit erhalten, damit wir uns wohl und sicher fühlen,

  • Gemeinschaft aufbauen, in dem wir gemeinsam neues Lernen und uns Herausforderungen stellen, uns inspirieren und austauschen,

  • nützlich und kreativ sein, durch das Arbeiten in und mit der Natur sowie dem herstellen und schaffen verschiedenster Dinge,

  • Reflektieren und Kontemplieren, um kritisches und selbstständiges Denken anzuregen und Eigenverantwortung zu lernen,

  • nachhaltiges Handeln fördern, das uns ein gesundes Leben, sowohl in Bezug auf uns selbst sowie auch die Umwelt und die Natur ermöglicht.

 

Dazu gehört es eine Praxis - also eine Lebensweise - zu kultivieren, die dem eigenen Leben eine Orientierung gibt und deren Prozess das Leben bereichert. Kurzfristige, oberflächliche Ergebnisse und Gewinne sollen einem nachhaltigen und tiefen Fundament aus Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten weichen. Die Praxis soll dabei unterstützen Erfahrungen zu beobachten, zu reflektieren und zu gestalten. In einer Zeit, in der die körperliche, geistige und soziale Aktivität durch die Medialisierung, Technisierung und Automatisierung der Arbeits- und Lebenstätigkeiten mehr und mehr verändert wird, erleben wir ein solches Angebot als sehr wertvoll - sowohl für den Einzelnen als auch für unsere Gesellschaft als Ganzes.

WIE?

Bei Interesse an unserer Philosophie, unserem Training und unserer Unterstützung gibt es durch mehrere Angebote die Möglichkeit unsere Praxis kennenzulernen und ein Teil davon zu sein.

 

Zu diesem Zeitpunkt gibt es für Hamburger/innen oder Personen aus dem Umkreis die Option an einem Gruppentraining teilzunehmen, welches drei Mal wöchentlich in unterschiedlichen Hamburger Stadtteilen stattfindet. Mehr dazu unter Angebote - Gruppentraining.

 

Eine mehr flexible Option ist die Mitgliedschaft im Online Support (OS), welcher ein umfangreiches Angebot eröffnet und sich an alle richtet, die ortsunabhängig lernen und praktizieren möchten. Mehr dazu unter Angebote - Online Support.

 

Workshops zu verschiedenen Themen der physischen Praxis sowie Personal Training (Eins-zu-Eins Unterricht) ergänzen das Angebot in Hamburg und dem Süden Deutschlands. Mehr dazu unter den jeweiligen Menüpunkten. 

Ergänzend:

  • Oft findet sich die erste Person Plural in den Texten hier wieder, da alle Menschen miteinbezogen werden, die diese Arbeit unterstützen: Das interne Team, unsere Lehrer, Schüler und alle helfenden Hände, die diese Philosophie lebendig sein lassen.

  • Wir meiden, das was wir tun Schubladenfertig zu präsentieren oder genau zu definieren. Um diesem potenziell endlosen und für uns bedeutungslosen Prozess der Segregation zu entwirren, haben wir für unsere Arbeit den Begriff "Training" gewählt. Training beschreibt, was sich beschreiben lässt und gibt Raum für jede Art von Übung und Wachstum - nicht nur physisch, sondern auch menschlich. 

© 2021 Jonathan Schmid         Impressum 

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